Reisebericht Norwegen

 

 

 

Samstag, 26.06.04

Ganz früh morgens um 1.15 Uhr fahren wir von Hösbach auf die BAB 3 bis zum Seligenstädter Dreieck.

Dann auf die BAB 45 Richtung Gießen, dann auf die BAB 5 nach Kassel und zum Schluss noch auf die BAB 7

Richtung Hannover – Hamburg. Von Hamburg aus geht es auf die BAB 1 Richtung Oldenburg – Insel Fehmarn.

Vom Hafen Puttgarden auf Fehmarn nehmen wir die Fähre nach RÆdbyhaven in Dänemark.

 

Wir sagen dem Deutschen Festland und dem schlechten Wetter ade, denn wir sehen, dass wir dem

schöneren Wetter in Dänemark entgegenfahren. Wir haben in Puttgarden ein Kombiticket gelöst zusammen

 mit einer Überfahrt über die Æresundbrücke nach MalmÆ in Südschweden.

 

               

 

Von RÆdbyhaven machen wir uns auf den Weg nach Kopenhagen um dann dach Osten zur Æresundbrücke zu gelangen.

 

                                                      

                    

 

 

Diese Brücke ist schon ein gigantisches Bauwerk. Von MalmÆ aus fahren wir weiter auf der Autobahn

Richtung Göteborg. Ca. 120 KM von MalmÆ entfernt machen wir erst mal auf dem Campingplatz

 Marias Camping“ am Mellbystrand in Laholm halt.

 

 

Es ist zwar erst 14.30 Uhr, doch bis zu diesem Zeitpunkt sind wir schon ca. 1200 KM gefahren und

wir sind ja schließlich nicht auf der Flucht.

 

 

Sonntag, 27.06.04

Von Laholm aus fahren wir wieder auf die Autobahn/Schnellstraße E 6 Richtung Göteborg und dann

weiter nach Oslo. Durch Oslo kommen wir sehr gut, da es Sonntag ist und der ganze Berufsverkehr

ausbleibt. In Oslo zweigen wir ab auf die Staatsstraße E 16 und fahren nördlich nach HÆnefoss und

 von da aus westlich nach Gol.

 

 

 

                         

 

Hier sind schon die Ausläufer des Nationalparks Hardanger Vidda mit einer wunder-schönen Landschaft.

 

 

                          

 

Wenn man noch nicht richtig begreift, dass man schon in Norwegen ist, hilft einem das eine oder

andere „Achtung Elche“ – Schild.

 

Gesehen haben wir einen Elch leider nicht, denn da hätten wir uns in der Dämmerung auf

die Lauer legen müssen. Das war uns dann doch etwas blöd.

 

 

Auf dem Campingplatz „Fossenheim Camping„ in Gol  haben wir einen tollen Übernachtungsplatz an einem

kleinen Fluss gefunden.

                                           

Hier erleben wir, was es bedeutet, im hohen Norden wird es um die Mitsommernacht  nie richtig dunkel.

 

   

 

Die Bilder haben wir nachts um 23.30 Uhr gemacht. Wahnsinn, oder ?

Aber keine Sorge, man macht trotzdem ein Auge zu und schläft. Die Müdigkeit holt

einen immer ein.

 

 

Montag, 28.06.04

Heute fahren wir von Gol über die Ausläufer des Hardanger Vidda im Norden zum

Eidfjord, wo die Trolle und ihre Trollbahn zu Hause sind.

 

Hier sind die Wasserfälle, die mit tosendem Gepolter 182 Meter in die Schlucht stürzen.

MabÆdalen mit VÆringfossen.

 

                  

 

Ein ohrenbetäubender „Krach“ aber ein faszinierendes Naturschauspiel.

 

Zuvor kamen wir von einem Pass in ca. 2000 m Höhe. Man ist in enorm schneller Zeit

in dieser Höhe angelangt. Nicht wie in den Alpen, mit ewig langen, kurvigen Straßen –

nein, die Norweger machen kurzen Prozess – ruck zuck oben.

Es fällt einem nur auf, dass plötzlich keine Bäume mehr wachsen, dass es kälter und kälter wird

und auf einmal stehst du im Schnee – verrückt.

 

    

 

 

Ganz weit oben ist das Wetter plötzlich sehr gut, klare Luft und ein wahnsinniger Ausblick

 

 

                  

 

 

         Hier bin ich auch mal zu sehen. Zwar klein, aber drauf auf dem Bild.

 

                

 

Es geht wieder talwärts in den Ort Brimnes und die Straßen werden immer schmaler.

 

Was wir anfangs für idyllisch halten, stellt sich bald als Herausforderung raus.

 

Die Straße verengt sich auf 3,60 m Breite. Wir wurden zwar durch ein Schild darauf

aufmerksam gemacht, doch in Norwegen geht das gleich nach dem Schild los mit dem

Verengen.

 

Das wäre ja nicht das Problem gewesen, es kommen gut 2 Autos aneinander vorbei.

Doch als uns en 40-Tonner Sattelzug entgegenkommt, standen wir erschrocken auf

den „Eisen“. Das ist ja kriminell. Wir setzen zurück auf eine Ausweichstelle und lassen

den Brummi vorbei. Es ist ja nicht so, dass diese LKWs langsam fahren – nein, die haben

ihren Fuß weiter auf dem Gaspedal. Die sind mutig, wirklich wahr.

 

In Brimnes setzten wir mit der Fähre über, weiter Richtung Bergen auf der E7 bis Tysee.

 

Auf der Fähre mal wieder eine tolle Gelegenheit, Bilder der Fjorde zu machen, die sich

hier abwechselnd „die Klinke in die Hand geben“.

 

 

 

                                                         

 

In Tysee fahren wir auf der 580 (E39) nach Indre Arna einem Vorort, 19 KM von Bergen

entfernt. Auf dem Campingplatz „Lones“ an einer Tankstelle bleiben wir für 2 Tage stehen.

 

Der Platz ist sehr schön an einem See gelegen und wir lernen ein junges Pärchen kennen,

das wenige KM von unserem Heimatort entfernt zu Hause ist.

 

 

Dienstag, 29.06.04

Heute waren wir in der Stadt Bergen. Wir fuhren mit dem Bus, der direkt vom Campingplatz wegging,

ca. 30 min. In Bergen fuhren wir mit der FlÆibahn auf den „Stadtberg“ von Bergen. Auf 320 m. Es ist eine

„Seilzugbahn“ wo zwei Wagen sich gegenseitig halten. Fährt der eine Wagen nach unten, wird der andere

Wagen gleichzeitig nach oben gezogen.

 

                

 

Eine tolle Aussicht hat man dort oben über die ganze Stadt. Eingebettet in die Landschaft.

 

    

 

 

Wir haben noch ein paar Ansichtskarten gekauft und sind mit der Bahn wieder nach unten gefahren.

 

Unten angekommen kommt man auf dem direkten Wege über den bekannten Fischmarkt im Hafen an der

Fußgängerzone.

 

                                                   

 

Hier wird überwiegend roher Fisch von Asiaten angeboten, die auch in der Überzahl anzutreffen sind.

 

Ein Geruch, an den ich mich nicht gewöhnen kann, denn ich (Cordula) mag nur Fisch der frittiert ist.

 

 

Nachdem jeder von uns was zu Essen hatte, schlenderten wir noch durch die Fußgängerzone und machen

noch etwas „Sightseeing“ .

 

Was unsere Augen nicht oft und wahrscheinlich nicht gerne sehen sind die Verkaufsstände, an denen

Robbenfell, Eisbärenfell, Schuhe aus Fuchs- und Rentierfell, verkauft wird.

 

Daran muss man sich hier in Norwegen gewöhnen, denn davon gibt es hier genug.

Wer es mag.

 

Mit dem Bus, den wir nach langem Suchen und Fragen auch am Busbahnhof ca. 3 KM von unserem 

Aussteigepunkt finden, fahren wir um ca. 17°° Uhr wieder zum Campingplatz zurück.

 

 

Mittwoch, 30.06.04

Heute fuhren wir südlich auf der  7  von Indre Arna nach Tysse (Samnanger) und dann auf die  48  über

Mundheim auf der  49  nach  Ælve / Malkenes nach Hodnanes.

 

Dann mit der Fähre nach Jektavik und auf der  E 39  nach Lervik.

Dort ist seit dem Jahr 2000  ein Tunnel, der unter dem Meer durchgeht nach Valevag.

Der Tunnel ist ca. 7 KM lang, geht steil nach unten und nach 3,5 KM wieder steil nach oben. Beeindruckend.

 

Wir fuhren dann auf der  E39 weiter südlich über FÆrde nach Mortavika.

 

Die wunderbare Landschaft ist wie immer toller Begleiter der Fahrt.

 

  

 

 

Wir fahren immer südlicher Richtung Stavanger.

 

 

Unterwegs ist eine größere Bushaltestelle. Wir beschließen, eine kleine Rast zu machen.

 

Ich packe meine Kamera aus und knipse dieses Bild:

 

                               

 

 

Ich bin auf dieses Bild dermaßen Stolz. Das ist das reinste Idyll. An dieser Bushaltestelle möchte man

wieder Bus fahren und hoffen, dass er Verspätung hat.

 

Das ist für uns das faszinierende an Norwegen. Erst fährt Du so vor dich hin und dann: Bumm, solch

eine fantastische Landschaft. Wir können nur noch staunen.

 

In Stavanger fahren wir auf der  44  nach Sandnes und dort auf die  13  nach Lauvvik. In Lauvvik wieder

Auf eine Fähre nach Oanes. Die 13  geht dort wieder nördlich nach JÆrpeland.

 

Auf dem Campingplatz „Prekestolen“ angelangt, erfahren wir, dass am nächsten Tag ein Helikopter zum

Prekestolen fliegt und der Flug pro Person nur 50,-- Euro kostet. Der Prekestolen ist ein Felsvorsprung

mit Plateau, der 600 m senkrecht in den Fjord abfällt. Das Plateau ist ungesichert für jeden, der 2 Stunden

stramm wandern kann, begehbar.

 

                                       (Prospektbild)

 

Wir wollten auch dorthin und fuhren Richtung Parkplatz. Doch mit solch einem Ansturm hatten wir nicht

gerechnet. 1,5 KM vor dem Parkplatz standen wir schon im Stau. Nein, das tun wir uns nicht an, sagten

wir uns und drehten wieder um.

 

Da wir uns auf dem Campingplatz für 2 Tage eingetragen haben, beschließen wir (Michael etwas widerwillig)

mit dem Helikopter am nächsten Tag zu fliegen.

Der Flug soll um 18° Uhr abends starten.

 

Der Campingplatz ist sehr schön gelegen, super Stellplätze und sehr sauber.

 

 

Donnerstag, 01.07.04

Heute erkundeten wir mal das Hinterland von JÆrpeland. Durch verschlafene Dörfer, unwegsames Gelände

Düstere Täler in denen Straßen zu Wegen werden und dann plötzlich aufhören. Man kann nur noch zu Fuß weiter.

In dem Tal war eine richtig gruselige, mystische Stimmung. Kein Laut war außer dem Wasserfall zu hören.

Richtig gespenstisch.

 

        

 

 

Es fing an zu regnen und bis wir wieder auf dem Campingplatz waren, hatte sich die ganze Gegend

eingehüllt in Dunst und es regnete sich so richtig ein. Na klasse.

 

Wir erfuhren, dass der Helikopter mit Sicherheit heute nicht starten konntr für den Rundflug, doch

Näheres würden wir erfahren, wenn der Pilot käme.

 

Der Helikopter kam auch kurz vor 18° Uhr und der Pilot erklärte, dass die Sicherheit der Passagiere 

An erster Stelle stehe und man auch auf dem Prekestolen jetzt nichts sehen würde, geschweige denn

dass er landen könne.

 

Etwas enttäuscht machen wir unser Abendessen zurecht und fotografieren den Vogel wenigstens.

 

         

 

 

 

Freitag, 02.07.2004

Heute sind wir von Jorpeland nördlich auf der  13  über Tau, dann nordöstlich nach Hielmelandsvagen unterwegs.

Mit der Fähre übergesetzt nach Nesvik. Dann nordöstlich weiter über Sand nach Hara. Dort beginnt eine

Passstrasse, die über RÆldal nach Edland. Eine ganz tolle Strecke, die über eine Hochebene führt. Viele

Kleine Seen dazwischen. Die Hochebene ist wieder ein Ausläufer des Nationalparks Hardanger Vidda.

 

                                    

 

Das Wetter hat sich zugezogen und es ist sehr kalt geworden. Aber die Landschaft ist dennoch sehr schön.

 

Von Eidland fuhren wir auf der  E134  südöstlich nach Amot.

Auf dem NAF-Campingplatz Groven am Beginn der Telemark finden wir ein tolles Plätzchen für die Nacht.

Das Wetter ist hier wieder etwas freundlicher geworden.

 

 

Samstag, 03.07.04

Heute hatten wir eigentlich nicht vor, soviel zu fahren, doch daraus wurde nichts. Es ging von Amot auf der

E134  nach Ofte. Von dort auf die  45  nach Eidsborg. Eine schöne, kleine Stabskirche und ein kleines Freilicht-

Museum laden zum halten ein. Wie alle Stabskirchen in Norwegen ist auch diese nur durch „ankocheln

Imprägniert worden und das schon vor zig hunderten von Jahren. Wenn man ganz nahe an solch einer Kirche

Steht, riecht man es auch. Wie geräucherter Schinken riecht das.

 

                   

 

 

 

Diese Kirchen sind generell verschlossen und man muss eine Eintrittskarte für eine Führung kaufen. Leider ist

Die nächste Führung erst in 2 Stunden und solange wollten wir auch nicht warten.

 

Wir fahren weiter auf der  38  südöstlich nach Eidstod und dort auf die  41  nach Tjannefoss. Wunderschöne

Fjorde sind da zu sehen, doch die Straße ist in einem schlechten Zustand. So kommen wir nur langsam voran.

Doch das macht nichts, wir haben ja Zeit.

 

                            

 

Auf der  355  fahren wir dann nördlich des Fyrsedal entlang nach Krossli. Die zwei Campingplätze, die wir anfahren

wollten, stellten sich als sehr schlecht heraus. Auf dem einen Campinglatz, der unter deutscher Leitung war, hatte

keinen einzigen Platz, der nur annähernd gerade war. Dass man so einen Platz betreiben kann, schien uns

Eigentlich nicht möglich. Der zweite Platz war noch schlechter.

 

Wir beschließen, die schlechte Straße noch mal nach Eidstod zu nehmen und nördlich auf die  41  nach

Kviteseid und dann auf die  E134  nach Seljord zu fahren. Den Campingplatz, den wir uns ausgesucht haben

Ist zwar total voll, doch ein Plätzchen können wir noch ergattern. Der Platz „Seljord-Camping“ ist schön an einem

See gelegen und von Einheimischen auch gerne besucht.

Strom können wir auch nicht bekommen, da das Netz überlastet ist, doch das stört uns nicht, wir haben ja eine

volle Zusatzbatterie an Bord.

 

Die Landschaft hier erinnert uns an Bilder aus Kanada. Dichte Nadelwälder und hier und da mal eine Lichtung

mit See oder Fluß.

 

         

 

 

Sonntag, 04.07.04

Der Süden von Norwegen stellte sich für uns nicht so interessant dar, somit beschließen wir, wieder Richtung

Schweden zu fahren. In den Norden hoch reicht uns leider die Zeit nicht mehr, da wir nur insgesamt 2 Wochen

Urlaub zur Verfügung haben.

 

Wir fuhren auf der  E134  über Notodden, Kongsberg, Hokksund nach Drammen.

 

In Sauland entdeckten wir eine total schöne Stabskirche.

 

               

 

Dieses Mal konnten wir hinein, da gerade eine Führung war. Leider durften wir auf keinen Fall fotografieren.

Es gibt dafür Bücher in verschiedenen Sprachen mit den Innenbildern der Kirche. Das fanden wir allerdings

für unnötig. Gesehen hatten wir sie ja. Euch Lesern können wir halt keine Freude damit machen. Doch

wir hoffen auf Euer Verständnis.

 

Nach dem Grenzübergang nach Schweden finden wir auf dem Campingplatz „Daftö“ bei Strömstad ein

super Plätzchen für die nächsten 2 Tage.

 

 

Dienstag, 06.07.04

Heute fahren wir weiter nach Dänemark. Auf dem Campingplatz „ Feddet Camping „ in Fakse lassen wir uns

nieder und faulenzen.

 

Michael bekommt Zahnschmerzen und kann die ganze Nacht nicht schlafen.

 

 

Mittwoch, 07.07.04

Wir beschießen, nach Deutschland zu fahren, damit Michael zum Zahnarzt kann. Die Schmerzen sind zwar

auszuhalten, doch das soll ja kein Dauerzustand werden.

 

Wir fahren wieder über die Æresund-Brücke und mit der Fähre auf die Insel Fehmarn. Von da aus fahren wir

Immer südlicher in die Lüneburger Heide. Auf dem Campingplatz „Südsee-Camp“ nahe Soltau nehmen wir einen

Übernachtungsplatz und gehen abends gemütlich im Restaurant auf dem Platz essen.

 

Michaels Zahnschmerzen kommen immer nachts am stärksten, so dass er nur aufrecht schlafen kann.

 

 

Donnerstag, 05.07.04

Morgens nach dem Frühstück fangen bei mir, Cordula, plötzlich die Zahnschmerzen an. Wir denken noch, was

für ein Zufall. Habe ich jetzt aus Mitleid auch diese Schmerzen?

 

Da wir aber heute in einem Rutsch nach Hause fahren können, werfe ich mir ein paar Schmerztabletten ein

und denke mir nichts dabei.

Die Schmerzen werden bei mir allerdings bis 11 Uhr so schlimm, dass ich beim Zahnarzt anrufe und mir

einen Termin für den heutigen Tag noch geben lasse.

Beim Zahnarzt angekommen, wird Michael und mir der Zahn gezogen. So, das war ein „tolles“

Urlaubsende.

 

Gesamt KM : ca. 4.500  (+/-)

 

 

Norwegen ist auf jeden Fall nicht nur eine Reise, sondern zwei Reisen wert. Wir beschließen, nächstes

Jahr noch mal hinzufahren, doch dann viel weiter in den Norden.

 

Bis zum nächsten Mal.

Wir danken Euch allen fürs Zeitnehmen und lesen.

 

 

Cordula + Michael

HIn Sauland