Rund um Spanien und Portugal

 

 

 

Freitag, 01.10.04:

Tacho-Stand Anfang: 16.900 KM

 

Um 14° Uhr starten wir von Hösbach aus unsere Reise auf die BAB 3 zum Frankfurter Kreuz, dann auf die A5 Richtung Basel.

In Karlsruhe stehen wir ca. 1 Stunde im Stau. Na, das fängt ja schon gut an.

Doch wir sind ja im Urlaub, also haben wir Zeit. In Moulhouse fahren wir über die Grenze

nach Frankreich. Es dauert nicht lange und wir stehen schon wieder im Stau. Diesmal

1 ½ Stunden. Es ist schon 19.30 Uhr und zum 1. Campingplatz wird es spät werden.

 

Wir beschließen die Nacht durchzufahren. Bis Lyon – St. Etienne fahren wir Autobahn.

Dann fahren von der Autobahn ab und nehmen die Schnell- und Landstraßen.

Auf die N88 Richtung Le Puy nach Mende.

Bis ca. 3° Uhr schaffen wir es, dann übermannt uns die Müdigkeit wir machen auf einem Parkplatz in der gebirgigen Gegend halt und schlafen ca. 3 Stunden.

 

 

Samstag, 02.10.04:

Die kurze Schlafenszeit hat uns gut getan und wir fahren weiter Richtung Rodez, Albin nach Tarn. Dann auf die A 68 Richtung Toulouse. In Toulouse auf die A 64 über Tarbes nach Biarritz.

 

In Biarritz übernachten wir auf einem kostenlosen, geteerten Stellplatz im Südwesten der Stadt mit Stromanschluss und Wasser.

 

 

                       

 

 

Tacho-Stand Biarritz : 18.561 KM

 

 

 

 

 

Sonntag, 03.10.04

Wir fahren von Biarritz nach Bidart. Der Strand dort lockt uns und wir machen einen kleinen Abstecher dorthin. Der Strand ist am Rande der Stadt schön gelegen.

 

 

                

 

 

Von Bidart fahren wir auf die Autobahn A8 über die Grenze nach Spanien. Ole.

 

 

 

                            

 

 

Über San Sebastian nach Bilbao. Von da aus geht’s auf der Landstraße weiter nach Gijon, Aviles nach Luarca. Die Biscaya  ist einmalig schön.

 

Steile Klippen und der tosende Atlantik sind unsere Begleiter. Doch die Küste ist nicht nur mit schroffem Gestein gesät, nein es ist auch sehr grün.

 

Auf dem Campingplatz „Los Cantilles“ machen wir halt. Der Platz ist unter deutsch-holländischer Leitung und hat zauberhafte Nischen. Die Sanitäranlagen sind zwar schon etwas älter, doch alles ist sehr sauber.

Man hat einen atemberaubenden Blick über die Biskaya.

Der Platz grenzt direkt an die ca. 200 m abfallenden Klippen.

 

 

                                            

 

 

Das Wetter ist hier noch sehr schön und wir haben ca. 26° C, sodass wir noch bis ca. 21° Uhr draußen sitzen können.

 

Der „Urlaub“ beginnt und der Atlantik rauscht uns in den Schlaf.

 

Tacho-Stand : 19.080 KM

 

 

Montag, 04.10.04 :

Wir starten um ca. 10° Uhr von Luarca aus über die Landstraße weiter nach Westen.

Über Castropol, Ribadeo, Viveiro, Ortgueira nach Ferrol.

 

In dem größeren Fischerdorf Vieiro, das einen malerischen Strand hat, “klaue” ich mir etwas Sand, das ich einer netten Internet-Bekannten namens Agnes mitbringen will.

 

Agnes ist eine Dauercamperin, die wie wir aktives Mitglied im „Campertreff“-Forum ist.

Ihr habe ich versprochen, etwas Sand von der Atlantikküste und der Mittelmeerküste mitzubringen.

 

Gesagt, getan.

 

 

              

 

 

Hoch über der Stadt Ortgueira haben wir ein Rastplätzchen gefunden mit einem sehr schönen Blick auf die Nordwestküste.

 

              

 

 

In Ferrol begen wir uns wieder auf die Autobahn. Auf der A9 fahren wir nach A Coruna oder auch La Coruna genannt.

 

Wir müssen ein Stück am Stadtrand vorbei und entdecken ein Wegweiser-Schild, das die Abfahrt zum Flughafen Buenos Aires zeigt.

Naja, denken wir, wir sind zwar schon viele Kilometer gefahren, doch bis Buenos Aires?

Nein, das ist nur eine Namensgleichheit. Wäre ja noch schöner.

 

Wir begegen uns nun landeinwärts nach Santiago de Compostela, die berühmte Kathedrale, die als Endstation der Pilgerer des Jakobsweges steht.

 

Wir sind etwas geschockt, als wir durch die Stadt fahren. Vorbei an der Kathedrale und der Universität. Welch eine Menschenmasse drängt sich denn hier durch die Straßen und Gassen? Wir kommen nur sehr langsam voran und machen dadurch eine kleine Sightseein-Tour.

 

Wir hatten entlang der Biscaya zwar schon eine Menge Pilger gesehen und auch ein Stückchen des Jakobswegs entlanggefahren, doch das was Santiago beherbergt ist enorm. Es gefällt uns gar nicht hier. Es ist laut, dreckig und einfach ein einziges Chaos.

Nein, so hatten wir uns das nicht vorgestellt.

 

Das Wetter hat sich auch verschlechtert und als wir auf dem Campingplatz „As Cancelas“ am östlichen Stadtrand ankommen, hat es sich richtig eingeregnet.

 

Der Campingplatz ist ungepflegt, sehr, sehr steil und kein einziger Stellplatz ist gerade.

Der Supermarkt auf dem Platz hat für dieses Jahr auch schon geschlossen, also melden wir uns bei dem umfreundlichen Mann an der Rezeption an, suchen den geradesten Stellplatz aus und fahren noch mal weg um etwas Brot zu kaufen.

Einen Bankomat müssen wir auch finden um Bargeld zu holen, denn es wird nur Bargeld akzeptiert. So ein Sch…..

 

 

 

                

      

       Der ursprüngliche Jakobs-Weg                                         Kathedrale

 

 

Wir kurven nochmals in der Stadt rum, so ca. 1 ½ Stunden um alles erledigen zu können. Wo kaufen denn die ganzen Städter ein?

Die haben hier ein enorm großes Industriegebiet am Stadtrand, doch kein einziger Supermarkt ist da.

Im Norden der Stadt sehen wir ein Lidl-Schild und denken: der gehört jetzt uns. Einen Bankautomaten finden wir auch.

 

Uns reicht es für den Tag.

 

Beim Abendessen beschließen wir, die Kathedrale nicht zu besichtigen, sondern stattdessen weiter südlich nach Portugal weiter zu fahren.

 

Tacho-Stand Santiago : 19.424 KM

 

 

Dienstag, 05.10.04 :

Von Santiago aus geht es auf die Autobahn A9 südlich nach Vigo. Die große Industiestadt Spaniens. So sieht sie auch von Weitem aus. Nein, die Stadt reizt uns nicht, einen Abstecher zu machen.

 

Wir wechseln auf die Landstraße und tuckern nach Portugal ein.

 

Um Porto versuchen wir verzweifelt den Campingplatz, den wir ansteuern wollen, zu finden. Ohne Erfolg. Wie kann so ein Platz bestehen ohne ein Schild?

 

Wir setzen unsere Fahrt fort und fahren weiter nach Nazare´.

Der Campingplatz „Parque de Campismo Vale Paraiso“ ist einfach ein schöner Platz und wir sind angenehm überrascht. Laut ADAC-Campingführer ist es nichts besonderes, doch das finden wir nicht.

 

Es ist Nachsaison und das merken wir sehr. Es sind höchstens 20 Stellplätze dieses großen Platzes belegt und wir haben sogar ein kleines Waschhaus für uns glanz alleine.

 

Hier bleiben wir 2 Tage, beschließen wir.

 

Tacho-Stand Nazare´: 19.950 KM

 

 

 

Mittwoch, 06.10.04 :

Heute ist Michaels Geburtstag. 41 Lenze zählt er schon. Mensch, wie die Zeit vergeht.

Er hat sich einen Faulenzertag verdient und wir machen heute mal nichts.

An der Rezeption des Campingplatzes steht für Gäste eine Internet-Ecke zur Verfügung, die wir auch nutzen und im Netz etwas surfen.

 

Mit einem guten Abendessen, Bier für Michael und Wein für mich klingt der Tag aus.

 

 

Donnerstag, 07.10.04 :

Auf geht´s – packen wir es wieder an. Heute fahren wir nach Lissabon, der Hauptstadt Portugals. Bis dahin sind es nur ca. 100 KM, also eine gemütliche Spazierfahrt.

 

Lissabon hat einen kommunalen Campingplatz umringt von Autobahnen.

Der „Parque Municipal de Campismo de Monsanto“ liegt am östlichen Stadtrand recht ruhig gelegen, trotz der Autobahnen. Jeder Stellplatz ist geteert, mit Frisch- und Abwasser, Abfallbehälter und 2 Holzbänke mit Holztisch. Wir sind überrascht.

 

Etwas negativ überrascht sind wir allerdings von den sanitären Anlagen. Nicht nur, dass sie sehr alt und heruntergekommen sind, nein, mit der Sauberkeit habe die es dort nicht.

Man sollte es nicht meinen, da die Rezeption gut organisiert ist, an der Bewachung liegt es auch nicht, die ist auch perfekt und der Platz ist auch sehr schön angelegt und die Angestellten schauen immer, dass es aufgeräumt und sauber auf den Campingplatzstraßen und –plätzen ist. Diese Philosophie verstehen wir nicht.

 

Auf dem Platz ist auch ein Reisebüro, die eine ca. 4-stündige Stadtrundfahrt anbieten.

Wir melden uns für den nächsten Tag an und die Tour soll um 10 Uhr früh losgehen.

 

Da wir schon sehr früh auf dem Platz angekommen sind, fahren wir noch mal los und frischen unsere Lebensmittel in einem Supermarkt auf.

 

Tacho-Stand Lissabon : 20.060 KM

 

Statue von König Manoel am Hauptkreisel von Lissabon.

 

 

 

Freitag, 08.10.04 :

Die Stadtrundfahrt beginnt. Mit einem kleinen Bus fahren wir um 10°° Uhr los.

Wir sind 6 Urlauber vom Campingplatz, der Fahrer und eine deutsch-englisch-sprechende Reiseleiterin.

 

Angefangen von der großen Kathedrale, die aus einem alten und neuen Teil besteht im Stadtteil Belem. Belem ist ein reicher Stadtteil mit vielen Villen und schönen Gebäuden, in denen sich überwiegend Botschaften aller Herren Länder befinden.

 

Ganz berühmt ist Belem geworden durch ihren selbstgebackenen Kuchen, der nach altem Rezept über hunderte von Jahren heute noch so gebacken wird.

Er ist sehr süß, doch köstlich.

 

 

 

 

           

 

 

 

 

   

 

 

Am Hafen steht der Turm von Belem, der früher ein Gegenstück auf der anderen Flussseite hatte, doch beide wurden bei einem Erdbeben zerstört. Allerdings wurde nur der eine wieder aufgebaut.

 

Das Hafengebiet hat eine Länge von 16 KM.

 

Die „Brücke des 25. April“ verbindet Lissabon mit der südlichen, schön gelegenen Stadt Setubal. Hier wohnen die meisten Pendler, die tagtäglich nach Lissabon und zurück pendeln. Diese Brücke erinnert an die Golden Gate in San Franzisco, und ja, der Architekt ist der selbe. Die Brücke besteht aus 2 Ebenen. Oben für Autos, darunter die Eisenbahn.

Auf der Seite von Setubal steht gleich nach der Brücke eine Christus-Statue. Es ist die kleinere Ausgabe der Statue, die in Rio de Janeiro steht. Die breitet die Arme aus und „beschützt“ somit die Stadt.

 

             

 

 

Lissabon wird auch die Stadt der 7 Hügeln genannt, weil es, ähnlich wie in San Franzisco, rauf und runter geht. Aus San Franzisco haben die Stadtväter Lissabons auch ein Cable Cab, eine Straßenbahn.

 

Die Linie 28 ist der Waggon, der vor 100 Jahren in Amerika gekauft wurde und heute noch fährt. Für 1,10 Euro kann man eine Rundfahrt durch die ganze Altstadt machen. Man steigt irgendwo ein und die Bahn fährt immer „rundum“.

Man sagt, die Linie 28 währe die schönste.

 

 

               

 

 

Lissabon hat einen Aufzug, der die Altstadt mit der Neustadt „überbrückt“ Lissabons Altstadt ist gepflastert mit Basalt und Schiefer (schwarz und weiß). Das stammt noch von den Arabern, die die Stadt sehr stark besiedelten und heute noch ein kleiner Altstadt-Teil

bewohnt ist.

 

Früher gab es in der Stadt eine „Fenstersteuer“, das bedeutete, so breit wie ein Fenster ist, soviel Steuer musste man für sein Haus zahlen. Wie somit ein Haus, das viele Fenster nebeneinander hatte, sehr teuer war, beschloss man, die Wohnungen nach oben zu bauen und zu bewohnen. Im Parterre war z.B. die Küche, 1.Stock war das Wohnzimmer und im 2. Stock die Schlafzimmer.

 

  

 

 

Die Häuser sind alle baufällig und werden nacheinander Stück für Stück restauriert.

 

Eine große Rolle spielte auch der Seefahrer Heinrich, der allerdings nur ein einziges Mal auf Schiffahrts-Reise ging, da er seekrank war.

 

Ein Denkmal ist ihm allerdings am Hafen gesetzt worden.

 

 

Manche Häuser der Altstadt sind mit Kacheln an der Außenfront gefliest. Wunderschöne Muster zieren die Fassaden.

Diese Methode war ein hervorragender Kälte/Wärme-Ausgleich und die Häuser waren gut zu reinigen.

 

Dass Portugal von 1933 bis 1974 eine Diktatur war, wussten Michael und ich vorher nicht.

Da sieht man mal wieder, wo unsere Allgemeinbildung ist.

 

Diese Diktatur wurde unblutig beendet und Portugal wurde eine Demokratie.

Das war am 25. April. Zur Erinnerung wurde die Brücke gebaut und ihr diesen Namen gegeben. Brücke des 25.April. Gebühr kostet die Brückenüberfahrt nur, wenn man in die Stadt hinein fahren will.

 

Ein kleines Flugzeug als Denkmal steht ebenfalls am Hafen. Es erinnert an die erste Atlantik-Überquerung, die 2 Portugiesen geschafft hatten.

 

                 

 

 

Wir fahren weiter zum botanischen Garten. Herrliche Palmen, Bananenstauden, Agaven und sonstiges exotisches Gewächs sind hier zu sehen.

 

   

 

Ein perfekter Platz um sich nach der Tour zu entspannen.

 

Ein wirklich sehr schöner Tag.

Samstag, 09.10.04 :

Wir fahren heute wieder östlich Richtung Spanien.

Aus Lissabon heraus überqueren wir allerdings nicht die Brücke des 25. Aprils, sondern die neue, noch nicht sehr alte „Vasco da Gama-Brücke“ östlich der Stadt.

Diese Brücke ist 25 KM lang und sehr schön.

 

Wir wollen in die Extremadure, einem sehr kargen, besiedelungsarmen Gebiet Spaniens.

Über Badajoz nach Merida ins Naturschutzgebiet von Talarrubias.

Olivenplantagen und Palmenhaine, soweit das Auge reicht. Palmenzüchter mit allen Größen von Palmen, die man sich vorstellen kann.

 

Mit einem schnurgeraden „Highway“ durch dieses karge Gebiet, kommen wir uns vor wie in Utah, Amerika. Hin und wieder erinnert aber eine kleine Burg oder Burgruine, dass wir in Spanien sind.

 

  

 

                  

 

 

Hier am Rande des Natuschutzgebietes soll ein Campingplatz sein. Aber wo? Hier ist doch nur Geröll, einsame Weite, ein paar Sträucher und Sand.

 

Wir sehen ein Schild : Noch 1,5 KM. Mensch, sind wir gespannt. Ein paar kleine Kurven und wir stehen wirklich vor der Einfahrt zum kleinen Campingplatz „Puerto Pena“.

 

Etwas skeptisch gucken wir uns an. Ach, was solls, gehen wir mal rein.

Also, ein ausländischer Tourist verirrt sich hierher bestimmt nicht so oft.

Die Rezeption ist geschlossen und ein kleines Schild mit einigen Informationen auf spanisch verweisen auf die Taverne nebenan.

Also, auf geht’s zur Taverne. Also, wir haben schon oft ausländische Filme (spanische und mexikanische) gesehen. Und wenn man fragt: weißt Du, wie eine spanische oder mexikanische Spelunke aussieht? – So wie hier.

 

Torbogen-Türe mit Perlen-Vorhang, Holzfußboden, verraucht, Bullen-Geweih hinterm Tresen an der Wand, kartenspielendeSenors“ an den Tischen. Typisch, wir glauben es kaum.

Warum haben wir den Foto im Auto gelassen? Das wäre die perfekte Kulisse gewesen.

 

Wie erwartet, versteht uns keiner hier, Deutsch ganz zu schweigen (warum auch?) und mit Englisch kommen wir auch nicht voran.

Zum Glück kommt aus der Küche eine Frau, die etwas Deutsch spricht. Sie ist Holländerin.

Wir checken ein und suchen uns einen schönen Platz für die Nacht.

 

 

                      

 

 

Die Leute sind alle sehr nett und auch die spanischen Urlauber dort begrüßen uns herzlich und interessieren sich für unser „Gefährt“. Mit Händen und Füssen erklären wir alles, so gut es geht.

 

Hier gefällt es uns sehr gut, doch am nächsten Tag wollen wir das Naturschutzgebiet etwas erkunden.

 

Tacho-Stand Extremadura: 20.529 KM

 

 

Sonntag, 10.10.04 :

Wir machen uns heute wieder auf den Weg auf der N40 südlich nach Almaden. Vorher fahren wir aber durch das besagte Naturschutzgebiet von Talarrubias.

 

Einmalig schöne Landschaft. Herrliche Ausblicke mit Seen und schroffen Felsen. Einfach fantastisch.

                    

 

Diese kleinen Seen „erschuf“ der Fluss „Rio Guadiana.

 

Wir fahren weiter durch das Dorf Peloche nach Herrera del Duque Richtung Fuentabrada.

Hier wieder auf die N430 südlich nach Almaden. Dann auf die N502 über El Viso nach Espiel.

 

Von Espiel auf die N 432 nach Cordoba. Da es Sonntag ist, denken wir, es könnte nicht schaden, nach Cordoba rein zu fahren, da ja der Berufsverkehr wegfällt und es dadurch ruhiger in der Stadt zugeht. Weit gefehlt.

 

Wir denken, dass ganz Spanien hier in Cordoba den Sonntag verbringen will. Das reinste Verkehrschaos und Menschen über Menschen. Das ist uns zuviel und wir fahren schweren Herzens weiter südlich über Montilla auf der N331, über Lucena, El Tejar nach Antequeira.

 

                     

 

 

Wir verlassen die Extremadura und sind jetzt in Andalusien. Es wird immer wärmer. 

 

Wir beschließen, nach Marbella zu fahren. Diese Stadt haben wir noch nie gesehen.

 

Marbella ist eine sehr saubere Stadt und man merkt gleich, wo das Geld sitzt.

Es wird hier auch gesitteter Auto gefahren.

 

An Marbellas Küste gibt es einen Campingplatz. Wir steuern diesen Platz mit Namen „Camping Marbella Plata“ am Stadtrand von Marbella an.

 

Überall werden auch die Wegweiser auf der Straße schon auf marokkanisch geschrieben.

Z.B. Abfahrtshafen für die Fähren nach Tanger.

 

Ja, wenn wir etwas länger Urlaub hätten, eine leichtere Kabine und mehrere Fahrzeuge wären, würden wir einen Abstecher nach Marokko machen. Naja, irgendwann mal.

 

                    

 

Der Campingplatz stellt sich als eine einzige Katastrophe dar.

Da wir keine Lust haben, noch weiter zu fahren, bleiben wir eben hier. Der Platz ist von deutschen Dauercampern der lauten Kategorie geprägt. Die Sanitäranlagen lassen zu Wünschen übrig und der Supermarkt und das Restaurant am Platz sind überteuert.

Marbella eben.

Diese Dauercamper sind so richtige „Mallorca“ oder „Ibizza“-Typen. Jeder dieser Camper hat einen oder mehrere „Nuttenpfiffis“ dabei. Diese Bezeichnung ist von Michael. Diese Kläffer erledigen ihr Geschäft, wo und wann sie wollen, kläffen, was das Zeug hält und sind überzüchtet, dass sie keine Luft mehr kriegen. Um Gottes Willen, wo sind wir hin geraten.

 

Der Platz ist laut, eine Baustelle nebenan, jedes Mofa hat einen „Verstärker“ eingebaut.

 

Neben dem Platz ist eine kleine Straße, die zum Strand führt. Umringt von Hochhäusern ein Strand mit Bast-Schirmen in exakter Reihenfolge hintereinander aufgestellt, Liegen in der gleichen Reihnefolge und die Urlauber laufen mit ihren Hunden zwischen den Sonnengästen umher. Dass diese Hunde ihr Geschäft nicht nur an einer „Hundekloecke“ verrichten, brauche ich wohl nicht extra zu erwähnen.

 

Ein ca. 10-jähriger Junge hat einen riesigen Rottweiler an der Leine. Der Junge hat schon bei normaler Gangart des Hundes seine Schwierigkeiten, was ist, wenn der Hund mal losrennt?

 

Nein danke.

 

Wir haben nichts gegen Hunde, wir hatten selbst früher welche, doch was hier auf dem Platz abgeht ist die Höhe.

 

Den Platz haben wir das erste Mal angesteuert und das ist auch das letzte Mal.

 

Tacho-Stand Marbella : 21.044 KM

 

 

Montag, 11.10.04 :

Der Tag verläuft erstaunlicherweise bis zum frühen Abend ruhig. Bis auf die Baustelle und die Straße.

 

 

Dienstag, 12.10.04 :

Wir verlassen Marbella heute wieder und fahren auf der N340 nordöstlich nach Malaga.

Nach Malaga in Motril gelangen wir auf die N323 und fahren nödlich nach Granada.

Auf dem Campingplatz „Las Lomas“ auf 1111 m nach dem Ort Güeja Sierra in der Sierra Nevada bleiben wir für eine Nacht.

 

Der Platz ist traumhaft gelegen. Man hat einen herrlichen Ausblick auf einen kleinen Stausee und die umliegenden Berge.

 

 

   

 

Ein schnuckeliger, mit Liebe angelegter Platz, bei dem jeder Platz eine kleine Nische ist und jeder ein Abwasch-Spühlbecken hat.

 

Tacho-Stand Granada : 21.350 KM

 

 

Mittwoch, 13.10.04 :

Heute Nacht wurde es richtig kalt und beim Frühstück mussten wir die Heizung etwas laufen lassen. Wir sind hier in den Bergen, es wird dazu noch Herbst und das merkt man.

 

Wir packen zusammen und verlassen den Platz um in die Alhambra zu fahren.

 

Die Alhambra ist eine maurische Festung nördlich von Granada hoch oben über der Stadt.

Die Alhambra ist eine künstlerische, islamische Pracht

Das Wort stammt aus dem arabischen „qa´lat al-Hamra“ und bedeutet soviel wie „rotes Schloß oder „rote Festung“

 

Eine mächtige Burgmauer umringt die vollständig erhaltene islamische Palastanlage.

                    

 

Zum ersten Mal wurde die Festung im 9. Jahrhundert erwähnt, als Sawwar Ibn Hamdu wegen Bürgerunruhen im Kalifat von Cordoba dort in die Festung zog.

 

Sie bewies ihren Wert als Festung auch in mehreren Kriegen gegen das Kalifat von Cordoba.

 

Yusuf ibn Naghrallah, der Erbauer dieser Burg baute eine spartanische Burg, die im 14. Jahrhundert von den Nasridenherrscher, das Königspaar Isabella und Ferdinand von Spanien, zu der verfeinerten Herrschaftsarchitektur umgebaut wurde, die heute als architektonisches Wunder gilt.

Die verschwenderisch verzierten Kuppeln, Bögen und Gewölbe sind der Höhepunkt der maurischen Architektur. Die UNESCO hat die Alhambra zum Kultuerbe der Menschheit erklärt.

 

 

         

 

 

Innerhalb der Festungsmauer befinden sich die eigentliche Festung (Alcazaba), der Nasridenpalast (Palacios Nazaries), der Palast Karls des Fünften, sowie diverse weitere Gebäude, eine Kirche, ein Kloster und ein Hotel.

  

 

 

Neben der Festungsmauer befinden sich die ausgedehnte Gartenanlagen (Generalife).

 

 

   

 

 

 

                      

 

 

Einfach toll.

 

In die Stadt Granada fahren wir nicht, denn die haben wir schon früher mal besucht.

Weiter auf der A92 geht es nach Guadix. Wir knüpfen an unsere zurückliegende Reise von 1986 an, an der wir mit dem Autodachzelt unterwegs waren.

 

Dieses Mal lassen wir uns etwas mehr Zeit und fahren durch den Stadt-Teil mit den berühmten Felsenwohnungen und schauen uns die „Behausungen“ näher an.

 

Ein Haus schöner als das andere. Was die Schönheit nur stört, sind die vielen Strom- und Fernmeldemasten, die mit zig Kabeln über die Straßen verteilt sind.

 

 

 

   

 

 

 

 

    

 

 

Schade eigentlich, dass manche Bürgermeister solcher Seltenheiten in der eigenen Gemeinde nicht sehen und entsprechend fördern. Vielleicht verstehen wir die spanische Philosophie nicht.

 

Es geht weiter süd-östlich Richtung Almeria und wir kommen an UNSERER Burg vorbei.

Wir nennen sie so, weil wir mit unserem früheren Nissan Patrol Geländewagen schon hinauf gefahren sind und uns alles angesehen haben. Normale Autos kommen da nicht hoch. Deshalb „unsere“ Burg.

 

Der Ort nennt sich La Calahorra (oder auch Lacalahorra). Das besuchen der Burg können wir allerdings diese Mal vergessen, denn mit unserem Unikum von Kabine haben wir null Chance. Außer, wir riskieren einen Achsbruch.

 

 

 

                    

 

 

Einige werden die Burg auch von einer Autowerbung her kennen. Nur aus einem anderen Winkel fotografiert.

 

Der Ford Transit wurde im Vordergrund vorgestellt.

 

Wir fahren weiter über Rioja nach Almeria. Nach Almeria kommen wir auf der N344 zum Naturpark Gabo de Gata. Abermals besuchen wir den Leuchtturm in Monsul.

 

 

   

 

 

Die Küste fasziniert einen immer wieder aufs Neue.

 

Ich sehe total zerzaust auf, denn dort geht immer ein kräftiger Wind.

   

 

 

Wir fahren in das malerische Dorf San Jose.

 

Es hat sich hier viel verändert. Ist ja auch mittlerweile 8 Jahre her. Doch zum Glück sind hier die Naturschützer einen Schritt vorausgegangen und haben dafür gesorgt, dass der Naturpark geschützt wird und auch dort, wo gebaut wird, dürfen keine Hochhäuser gebaut werden.

 

 

                

 

 

Das Küstendorf Las Negras kennen wir noch von früher, doch auf den damals besuchten Campingplatz „Los Escullos“ möchten wir dieses Jahr nicht.

 

 

Wir haben uns für den Platz „Nautico La Caleta“ entschieden. Ein relativ neuer Platz. Sehr ruhig zwischen 2 Bergkämmen gelegen. Eigener kleiner Fels/Sandstrand und es ist nicht viel los hier.

 

                    

 

Es sind noch 27° C hier und wir beschließen, 2 Tage zu bleiben um uns zu sonnen.

 

 

                     

 

 

Der Platz ist sehr sauber, sehr freundliche, auch leicht deutsch sprechende junge Platzbetreiber und ein idealer Platz um zu überwintern.

 

Tacho-Stand : 21.645 KM

 

 

Donnerstag, 14.10.04 :

Heute mal wieder der berühmte Faulenzer-Tag.

 

 

Freitag, 15.10.04 :

Wir sind mal wieder unterwegs. Auf der N340 nach Norden an die Costa Blanca. An der Stadt Vera vorbei nach Lorca. Dann über Murcia, Elx, Alicante, an der Cap de la Nao vorbei nach Oliva. Oliva ist eine kleine, quirlige und moderne Stadt vor Gandia.

 

Sehr viele Burgen (Castillos) haben wir auf diesem Weg gesehen, doch leider machen uns steile, unwegsame Schotterpisten das Vorhaben, hinauf zu fahren, zunichte.

                      

 

 

Die Landschaft wechselt von Vulkan-Landschaft zu einer felsigen Gegend.

 

Wir steuern den Campingplatz „Kikopark“ vor Oliva an mit dem Vorhaben, 2-3 Tage dort zu bleiben.

 

Doch wir stellen fest, dass es uns bei diesen versnobten Leuten nicht so recht gefällt.

 

Sie waren sehr Laut, schrieen über den Platz und meinten noch, es wäre das Erlebnis, dem Nachbarn zu erzählen, dass der Ehegatte morgens vergessen hatte, die Zahnpastatube mit zum Waschen zu nehmen. Ach Gott, wo sind wir da hingeraten.

 

Aber nicht nur die Camper, nein auch die Angestellten sind laut und unfreundlich.

An der Rezeption werden wir von der Empfangsdame von oben herab behandelt und zum Lachen geht diese Frau wahrscheinlich auch in den Keller.

 

Wir denken uns: was solls, wir wollen ja nur einen Platz.

 

Einen schönen, ruhigen Platz finden wir. Wir fahren vorbei an den 8-12 Meter langen Wohnschiffen wie Niessmann + Bischof und Konsorten, und werden etwas mitleidig angesehen. Ach, die wissen ja gar nicht, wie schön es in so einer kleinen Kabine ist und wie gemütlich.

 

Am Abend gehen wir essen, denn ich habe keine Lust, Essen vorzubereiten. Im Platz- restaurant angekommen, wundern wir uns, warum wir die einzigen Gäste sind. Der Campingplatz ist doch fast ausgebucht und die feine Gesellschaft ist auch vertreten, passend zum Lokal.

Als wir die Speiseauswahl durchsehen, wissen wir auch, warum. Die haben gesalzene Preise, nur Regionales und keine einzige Speise für Kinder. Na denn Prost.

Da wir Hunger hatten, störte uns das im Moment nicht besonders.

Was aber da an Essen kam und den Preis dazu, verdarb uns den Magen. Wir hatten einen mittleren Salat bestellt und zu zweit gegessen, jeder hatte einen „Grillteller“ bestellt – gekommen sind 2 Teller mit je 3 kleinen Stückchen Fleisch, 1 Kartoffel mittelgroß und etwas Garnitur. Dazu hatten wir 2 kleine Bier und das Ganze kostete 40,-- Euro und schmeckte gar nicht.

 

Der Geldbeutel schrumpfte, aber wir waren wieder um eine Erfahrung reicher.

 

Tacho-Stand Oliva : 22.011 KM

 

Samstag, 16.10.04 :

Schnellen Fußpedals fahren wir wieder auf der N340 nach Norden. Über Valencia nach Tarragona. Landschaftlich hat sich nicht viel verändert, außer, dass es etwas flacher wird.

 

Besonderheiten gibt es auf dem Streckenabschnitt auch nicht.

 

Wir kommen auf dem Campingplatz „Playa Montroig“ in Cambrills Park vor Tarragona an.

Auf diesem Platz waren wir das letzte Mal vor fast 8 Jahren.

 

Da Nachsaison ist, haben wir fast die freie Auswahl, bis auf den Abschnitt, der schon für die nächste Saison 2005 wieder aufbereitet wird.

Einen einmalig schönen Platz haben wir uns ausgesucht. Direkt am Strand unter Palmen.

 

Aber seht selbst:

 

  

 

 

Grandiose „Kulisse“ am Esstisch. Könnte immer so sein, oder?

 

Wir bekommen fast „Baccardi-Feeling“ . Selbst wenn wir morgens aufstehen und aus dem Fenster sehen, hat man nur noch super Laune.

 

 

 

                              

 

 

Michael ist eifrig am Muscheln suchen und findet sogar eine schöne „Ohrmuschel“ in Kleinformat. Er ist ganz stolz darauf.

Wie wenig braucht es, einen Menschen zu erfreuen.

                 

 

 

Die Abende sind die romantischsten. Bei einem guten Essen und einem Glas Wein lässt sich der Tag so richtig ausklingen.

 

Der Strand ist abends beleuchtet und unterstreicht die romantische Stimmung.

 

                  

 

3 Tage bleiben wir auf diesem schönen Fleck, der in der Hochsaison fast unbezahlbar ist, doch aber auf 1-2 Jahre generell ausgebucht ist.

Wir zahlen pro Nacht 26,-- Euro incl. allen Nebenkosten. In der Hauptsaison kostet dieser Platz 80,-- (!) Euro pro Nacht.  Das muss man sich mal reinziehen.

Doch für den Preis hat man Animation, Arzt auf dem Platz, absolut perfekte und fast klinisch saubere Sanitäranlagen, einen großen Supermarkt, Bäckerei, Fleischerei, Fischgeschäft, Zeitungsladen, Cafe, Bar, Restaurants, und, und , und….

Selbst für Kinder ist fast den ganzen Tag Programm. Töpfern, Basteln usw. Ebenfalls am Platz ist eine große Open-Air-Arena für Veranstaltungen.

Das muss alles bezahlt werden. Wir sind froh, dass Nachsaison ist.

 

Tacho-Stand Tarragona : 22.419 KM

Sonntag, 17.10.04 :

Faulenzen ist angesagt.

 

 

Montag, 18.10.04 :

Schon wieder faulenzen.

 

 

Dienstag, 19.10.04 :

Heute rappeln wir uns wieder auf und fahren nur wenige Kilometer nördlich an die Bucht von Roses.

 

An Barcelona und Girona vorbei steuern wir den schon zum 4. Mal besuchten Campingplatz „Aquarius“ in Sant Pere Pescador an.

In der Nähe liegt Figueras, wo das Dali-Museum beheimatet ist. Auch das malerische Fischerdorf Cadaques liegt in der Nähe, das die Heimat des surrealistischen Malers und Künstlers Salvador Dali war.

 

Seine Werke sind weltberühmt und fast jeder kennt eines seiner bekanntesten Gemälde:

 

                           

 

 

Der Campingplatz ist unter deutscher Leitung und wir kommen immer wieder gerne hierher. Ein nicht zu großer Platz mit familiärer Atmosphäre.

 

Wir beschließen, hier bleiben wir für die restlichen Urlaubstage.

 

Tacho-Stand Sant Pere Pescador I : 22.750 KM

 

 

Die nächsten beiden Tage verbringen wir mit Faulenzer-Tag und Erkundungstag der näheren Umgebung.

 

Tacho-Stand Sant Pere Pescador II : 22.900 KM

 

 

Freitag, 22.10.04 :

Der Urlaub geht dem Ende zu und wir starten um 8° Uhr mit der langen Heimreise nach Deutschland.

 

Dieses Mal fahren wir gleich nach der spanisch-französischen Grenze auf die Autobahn und fahren von Pergignan über Narbonne, Bezieres nach Lyon. Dann nach Dijon, Besancon nach Moulhouse an die deutsch-französische Grenze.

 

Wir beschließen, durchzufahren, da wir erstaunlich schnell vorwärts kommen.

 

Freitag abends um 22.45 Uhr kommen wir zu Hause an.

 

Tacho-Stand Hösbach : 24.235 KM

 

 

Die Gesamtstrecke dieser Reise rund um Spanien und Portugal :  7.335 KM

 

 

 

Heil, glücklich und schön braun räumen wir noch unsere Lebensmittel aus der Kabine, unterhalten uns noch ein wenig und dann geht’s ab in die Koje.

 

 

Eine tolle Reise war das und wir haben wie immer viel vom Land gesehen.

 

Bis zum nächsten Jahr.

 

Vielleicht begleitet Ihr uns wieder. Dann geht es nach Griechenland und wir sagen jetzt schon mal :

 

Kalimera Hellas