Rund um Spanien und
Portugal
Freitag, 01.10.04:
Tacho-Stand Anfang: 16.900 KM
Um 14.°° Uhr starten wir von Hösbach
aus unsere Reise auf die BAB 3 zum Frankfurter Kreuz, dann auf die A5 Richtung
Basel.
In
Karlsruhe stehen wir ca. 1 Stunde im Stau. Na, das fängt ja schon gut an.
Doch wir
sind ja im Urlaub, also haben wir Zeit. In Moulhouse
fahren wir über die Grenze
nach
Frankreich. Es dauert nicht lange und wir stehen schon wieder im Stau. Diesmal
1 ½
Stunden. Es ist schon 19.30 Uhr und zum 1. Campingplatz wird es spät werden.
Wir
beschließen die Nacht durchzufahren. Bis Lyon – St. Etienne fahren wir
Autobahn.
Dann fahren
von der Autobahn ab und nehmen die Schnell- und Landstraßen.
Auf die
N88 Richtung Le Puy nach Mende.
Bis ca. 3.°° Uhr schaffen wir es, dann übermannt uns die Müdigkeit
wir machen auf einem Parkplatz in der gebirgigen Gegend halt und schlafen ca. 3
Stunden.
Samstag, 02.10.04:
Die kurze
Schlafenszeit hat uns gut getan und wir fahren weiter Richtung Rodez, Albin nach Tarn. Dann auf die A 68 Richtung
Toulouse. In Toulouse auf die A 64 über Tarbes nach Biarritz.
In Biarritz übernachten wir auf einem kostenlosen, geteerten
Stellplatz im Südwesten der Stadt mit Stromanschluss und Wasser.

Tacho-Stand Biarritz
: 18.561 KM
Sonntag, 03.10.04
Wir
fahren von Biarritz nach Bidart.
Der Strand dort lockt uns und wir machen einen kleinen Abstecher dorthin. Der
Strand ist am Rande der Stadt schön gelegen.

Von Bidart fahren wir auf die Autobahn A8 über die Grenze nach
Spanien. Ole.

Über San
Sebastian nach Bilbao. Von da aus geht’s auf der Landstraße weiter nach Gijon, Aviles nach Luarca. Die Biscaya
ist einmalig schön.
Steile
Klippen und der tosende Atlantik sind unsere Begleiter. Doch die Küste ist
nicht nur mit schroffem Gestein gesät, nein es ist auch sehr grün.
Auf dem
Campingplatz „Los Cantilles“ machen wir halt. Der
Platz ist unter deutsch-holländischer Leitung und hat zauberhafte Nischen. Die
Sanitäranlagen sind zwar schon etwas älter, doch alles ist sehr sauber.
Man hat
einen atemberaubenden Blick über die Biskaya.
Der Platz
grenzt direkt an die ca. 200 m abfallenden Klippen.


Das
Wetter ist hier noch sehr schön und wir haben ca. 26° C, sodass wir noch bis
ca. 21.°° Uhr draußen sitzen können.
Der
„Urlaub“ beginnt und der Atlantik rauscht uns in den Schlaf.
Tacho-Stand : 19.080 KM
Montag, 04.10.04 :
Wir
starten um ca. 10.°° Uhr von Luarca
aus über die Landstraße weiter nach Westen.
Über Castropol, Ribadeo, Viveiro, Ortgueira nach Ferrol.
In dem
größeren Fischerdorf Vieiro, das einen malerischen
Strand hat, “klaue” ich mir etwas Sand, das ich einer netten Internet-Bekannten
namens Agnes mitbringen will.
Agnes ist
eine Dauercamperin, die wie wir aktives Mitglied im „Campertreff“-Forum
ist.
Ihr habe
ich versprochen, etwas Sand von der Atlantikküste und der Mittelmeerküste
mitzubringen.
Gesagt,
getan.

Hoch über
der Stadt Ortgueira haben wir ein Rastplätzchen
gefunden mit einem sehr schönen Blick auf die Nordwestküste.

In Ferrol begen wir uns wieder auf
die Autobahn. Auf der A9 fahren wir nach A Coruna
oder auch La Coruna genannt.
Wir
müssen ein Stück am Stadtrand vorbei und entdecken ein Wegweiser-Schild, das
die Abfahrt zum Flughafen Buenos Aires zeigt.
Naja,
denken wir, wir sind zwar schon viele Kilometer gefahren, doch bis Buenos
Aires?
Nein, das
ist nur eine Namensgleichheit. Wäre ja noch schöner.
Wir begegen uns nun landeinwärts nach Santiago de Compostela, die berühmte Kathedrale, die als Endstation der
Pilgerer des Jakobsweges steht.
Wir sind
etwas geschockt, als wir durch die Stadt fahren. Vorbei an der Kathedrale und
der Universität. Welch eine Menschenmasse drängt sich denn hier durch die
Straßen und Gassen? Wir kommen nur sehr langsam voran und machen dadurch eine
kleine Sightseein-Tour.
Wir
hatten entlang der Biscaya zwar schon eine Menge Pilger gesehen und auch ein
Stückchen des Jakobswegs entlanggefahren, doch das was Santiago beherbergt ist
enorm. Es gefällt uns gar nicht hier. Es ist laut, dreckig und einfach ein
einziges Chaos.
Nein, so
hatten wir uns das nicht vorgestellt.
Das
Wetter hat sich auch verschlechtert und als wir auf dem Campingplatz „As Cancelas“ am östlichen Stadtrand ankommen, hat es sich
richtig eingeregnet.
Der
Campingplatz ist ungepflegt, sehr, sehr steil und kein einziger Stellplatz ist
gerade.
Der
Supermarkt auf dem Platz hat für dieses Jahr auch schon geschlossen, also
melden wir uns bei dem umfreundlichen Mann an der
Rezeption an, suchen den geradesten Stellplatz aus und fahren noch mal weg um
etwas Brot zu kaufen.
Einen Bankomat müssen wir auch finden um Bargeld zu holen, denn
es wird nur Bargeld akzeptiert. So ein Sch…..

Der ursprüngliche Jakobs-Weg
Kathedrale
Wir
kurven nochmals in der Stadt rum, so ca. 1 ½ Stunden um alles erledigen zu
können. Wo kaufen denn die ganzen Städter ein?
Die haben
hier ein enorm großes Industriegebiet am Stadtrand, doch kein einziger
Supermarkt ist da.
Im Norden
der Stadt sehen wir ein Lidl-Schild und denken: der gehört jetzt uns. Einen
Bankautomaten finden wir auch.
Uns
reicht es für den Tag.
Beim
Abendessen beschließen wir, die Kathedrale nicht zu besichtigen, sondern
stattdessen weiter südlich nach Portugal weiter zu fahren.
Tacho-Stand Santiago : 19.424 KM
Dienstag, 05.10.04 :
Von
Santiago aus geht es auf die Autobahn A9 südlich nach Vigo.
Die große Industiestadt Spaniens. So sieht sie auch
von Weitem aus. Nein, die Stadt reizt uns nicht, einen
Abstecher zu machen.
Wir
wechseln auf die Landstraße und tuckern nach Portugal ein.
Um Porto
versuchen wir verzweifelt den Campingplatz, den wir ansteuern wollen, zu finden.
Ohne Erfolg. Wie kann so ein Platz bestehen ohne ein Schild?
Wir
setzen unsere Fahrt fort und fahren weiter nach Nazare´.
Der
Campingplatz „Parque de Campismo
Vale Paraiso“ ist einfach
ein schöner Platz und wir sind angenehm überrascht. Laut ADAC-Campingführer ist
es nichts besonderes, doch das finden wir nicht.
Es ist
Nachsaison und das merken wir sehr. Es sind höchstens 20 Stellplätze dieses
großen Platzes belegt und wir haben sogar ein kleines Waschhaus für uns glanz alleine.
Hier
bleiben wir 2 Tage, beschließen wir.
Tacho-Stand
Nazare´: 19.950 KM

Mittwoch, 06.10.04 :
Heute ist
Michaels Geburtstag. 41 Lenze zählt er schon. Mensch, wie die Zeit vergeht.
Er hat
sich einen Faulenzertag verdient und wir machen heute mal nichts.
An der
Rezeption des Campingplatzes steht für Gäste eine Internet-Ecke zur Verfügung,
die wir auch nutzen und im Netz etwas surfen.
Mit einem
guten Abendessen, Bier für Michael und Wein für mich klingt der Tag aus.
Donnerstag, 07.10.04 :
Auf geht´s – packen wir es wieder an. Heute fahren wir nach
Lissabon, der Hauptstadt Portugals. Bis dahin sind es nur ca. 100 KM, also eine
gemütliche Spazierfahrt.
Lissabon
hat einen kommunalen Campingplatz umringt von Autobahnen.
Der „Parque Municipal de Campismo de Monsanto“ liegt am
östlichen Stadtrand recht ruhig gelegen, trotz der Autobahnen. Jeder Stellplatz
ist geteert, mit Frisch- und Abwasser, Abfallbehälter und 2 Holzbänke mit
Holztisch. Wir sind überrascht.
Etwas
negativ überrascht sind wir allerdings von den sanitären Anlagen. Nicht nur,
dass sie sehr alt und heruntergekommen sind, nein, mit der Sauberkeit habe die
es dort nicht.
Man
sollte es nicht meinen, da die Rezeption gut organisiert ist, an der Bewachung
liegt es auch nicht, die ist auch perfekt und der Platz ist auch sehr schön
angelegt und die Angestellten schauen immer, dass es aufgeräumt und sauber auf
den Campingplatzstraßen und –plätzen ist. Diese
Philosophie verstehen wir nicht.
Auf dem
Platz ist auch ein Reisebüro, die eine ca. 4-stündige Stadtrundfahrt anbieten.
Wir
melden uns für den nächsten Tag an und die Tour soll um 10 Uhr früh losgehen.
Da wir
schon sehr früh auf dem Platz angekommen sind, fahren wir noch mal los und
frischen unsere Lebensmittel in einem Supermarkt auf.
Tacho-Stand Lissabon : 20.060 KM

Statue
von König Manoel am Hauptkreisel von Lissabon.
Freitag, 08.10.04 :
Die
Stadtrundfahrt beginnt. Mit einem kleinen Bus fahren wir um 10°° Uhr los.
Wir sind
6 Urlauber vom Campingplatz, der Fahrer und eine deutsch-englisch-sprechende
Reiseleiterin.
Angefangen
von der großen Kathedrale, die aus einem alten und neuen Teil besteht im
Stadtteil Belem. Belem ist
ein reicher Stadtteil mit vielen Villen und schönen Gebäuden, in denen sich
überwiegend Botschaften aller Herren Länder befinden.
Ganz berühmt
ist Belem geworden durch ihren selbstgebackenen
Kuchen, der nach altem Rezept über hunderte von Jahren heute noch so gebacken
wird.
Er ist
sehr süß, doch köstlich.


Am Hafen
steht der Turm von Belem, der früher ein Gegenstück
auf der anderen Flussseite hatte, doch beide wurden bei einem Erdbeben
zerstört. Allerdings wurde nur der eine wieder aufgebaut.
Das
Hafengebiet hat eine Länge von 16 KM.
Die
„Brücke des 25. April“ verbindet Lissabon mit der südlichen, schön gelegenen
Stadt Setubal. Hier wohnen die meisten Pendler, die
tagtäglich nach Lissabon und zurück pendeln. Diese Brücke erinnert an die
Golden Gate in San Franzisco,
und ja, der Architekt ist der selbe. Die Brücke
besteht aus 2 Ebenen. Oben für Autos, darunter die Eisenbahn.
Auf der
Seite von Setubal steht gleich nach der Brücke eine
Christus-Statue. Es ist die kleinere Ausgabe der Statue, die in Rio de Janeiro
steht. Die breitet die Arme aus und „beschützt“ somit die Stadt.

Lissabon
wird auch die Stadt der 7 Hügeln genannt, weil es,
ähnlich wie in San Franzisco, rauf und runter geht.
Aus San Franzisco haben die Stadtväter Lissabons auch
ein Cable Cab, eine
Straßenbahn.
Die Linie
28 ist der Waggon, der vor 100 Jahren in Amerika gekauft wurde und heute noch
fährt. Für 1,10 Euro kann man eine Rundfahrt durch die ganze Altstadt machen.
Man steigt irgendwo ein und die Bahn fährt immer „rundum“.
Man sagt,
die Linie 28 währe die schönste.

Lissabon
hat einen Aufzug, der die Altstadt mit der Neustadt „überbrückt“ Lissabons
Altstadt ist gepflastert mit Basalt und Schiefer (schwarz und weiß). Das stammt
noch von den Arabern, die die Stadt sehr stark besiedelten und heute noch ein
kleiner Altstadt-Teil
bewohnt
ist.
Früher
gab es in der Stadt eine „Fenstersteuer“, das bedeutete, so breit wie ein
Fenster ist, soviel Steuer musste man für sein Haus zahlen. Wie somit ein Haus,
das viele Fenster nebeneinander hatte, sehr teuer war, beschloss man, die
Wohnungen nach oben zu bauen und zu bewohnen. Im Parterre war z.B. die Küche,
1.Stock war das Wohnzimmer und im 2. Stock die Schlafzimmer.

Die
Häuser sind alle baufällig und werden nacheinander Stück für Stück restauriert.
Eine
große Rolle spielte auch der Seefahrer Heinrich, der allerdings nur ein
einziges Mal auf Schiffahrts-Reise ging, da er
seekrank war.
Ein
Denkmal ist ihm allerdings am Hafen gesetzt worden.

Manche
Häuser der Altstadt sind mit Kacheln an der Außenfront gefliest. Wunderschöne
Muster zieren die Fassaden.
Diese
Methode war ein hervorragender Kälte/Wärme-Ausgleich und die Häuser waren gut
zu reinigen.
Dass
Portugal von 1933 bis 1974 eine Diktatur war, wussten Michael und ich vorher
nicht.
Da sieht
man mal wieder, wo unsere Allgemeinbildung ist.
Diese
Diktatur wurde unblutig beendet und Portugal wurde eine Demokratie.
Das war
am 25. April. Zur Erinnerung wurde die Brücke gebaut und ihr diesen Namen
gegeben. Brücke des 25.April. Gebühr kostet die Brückenüberfahrt nur, wenn man
in die Stadt hinein fahren will.
Ein
kleines Flugzeug als Denkmal steht ebenfalls am Hafen. Es erinnert an die erste
Atlantik-Überquerung, die 2 Portugiesen geschafft hatten.

Wir
fahren weiter zum botanischen Garten. Herrliche Palmen, Bananenstauden, Agaven
und sonstiges exotisches Gewächs sind hier zu sehen.

Ein
perfekter Platz um sich nach der Tour zu entspannen.
Ein
wirklich sehr schöner Tag.
Samstag, 09.10.04 :
Wir
fahren heute wieder östlich Richtung Spanien.
Aus
Lissabon heraus überqueren wir allerdings nicht die Brücke des 25. Aprils,
sondern die neue, noch nicht sehr alte „Vasco da Gama-Brücke“
östlich der Stadt.
Diese
Brücke ist 25 KM lang und sehr schön.
Wir
wollen in die Extremadure, einem sehr kargen,
besiedelungsarmen Gebiet Spaniens.
Über Badajoz nach Merida ins
Naturschutzgebiet von Talarrubias.
Olivenplantagen
und Palmenhaine, soweit das Auge reicht. Palmenzüchter mit allen Größen von
Palmen, die man sich vorstellen kann.
Mit einem
schnurgeraden „Highway“ durch dieses karge Gebiet, kommen wir uns vor wie in
Utah, Amerika. Hin und wieder erinnert aber eine kleine Burg oder Burgruine,
dass wir in Spanien sind.


Hier am
Rande des Natuschutzgebietes soll ein Campingplatz
sein. Aber wo? Hier ist doch nur Geröll, einsame
Weite, ein paar Sträucher und Sand.
Wir sehen
ein Schild : Noch 1,5 KM. Mensch, sind wir gespannt.
Ein paar kleine Kurven und wir stehen wirklich vor der Einfahrt zum kleinen
Campingplatz „Puerto Pena“.
Etwas
skeptisch gucken wir uns an. Ach, was solls, gehen
wir mal rein.
Also, ein
ausländischer Tourist verirrt sich hierher bestimmt nicht so oft.
Die
Rezeption ist geschlossen und ein kleines Schild mit einigen Informationen auf spanisch verweisen auf die Taverne nebenan.
Also, auf
geht’s zur Taverne. Also, wir haben schon oft ausländische Filme (spanische und
mexikanische) gesehen. Und wenn man fragt: weißt Du, wie eine spanische oder
mexikanische Spelunke aussieht? – So wie hier.
Torbogen-Türe
mit Perlen-Vorhang, Holzfußboden, verraucht, Bullen-Geweih hinterm Tresen an
der Wand, kartenspielende „Senors“
an den Tischen. Typisch, wir glauben es kaum.
Warum
haben wir den Foto im Auto gelassen? Das wäre die
perfekte Kulisse gewesen.
Wie
erwartet, versteht uns keiner hier, Deutsch ganz zu schweigen (warum auch?) und
mit Englisch kommen wir auch nicht voran.
Zum Glück
kommt aus der Küche eine Frau, die etwas Deutsch spricht. Sie ist Holländerin.
Wir
checken ein und suchen uns einen schönen Platz für die Nacht.

Die Leute
sind alle sehr nett und auch die spanischen Urlauber dort begrüßen uns herzlich
und interessieren sich für unser „Gefährt“. Mit Händen und Füssen erklären wir
alles, so gut es geht.
Hier
gefällt es uns sehr gut, doch am nächsten Tag wollen wir das Naturschutzgebiet
etwas erkunden.
Tacho-Stand Extremadura:
20.529 KM
Sonntag, 10.10.04 :
Wir
machen uns heute wieder auf den Weg auf der N40 südlich nach Almaden. Vorher fahren wir aber durch das besagte
Naturschutzgebiet von Talarrubias.
Einmalig
schöne Landschaft. Herrliche Ausblicke mit Seen und schroffen Felsen. Einfach
fantastisch.

Diese
kleinen Seen „erschuf“ der Fluss „Rio Guadiana.
Wir
fahren weiter durch das Dorf Peloche nach Herrera del
Duque Richtung Fuentabrada.
Hier
wieder auf die N430 südlich nach Almaden. Dann auf
die N502 über El Viso nach Espiel.
Von Espiel auf die N 432 nach Cordoba.
Da es Sonntag ist, denken wir, es könnte nicht schaden, nach Cordoba rein zu fahren, da ja der Berufsverkehr wegfällt
und es dadurch ruhiger in der Stadt zugeht. Weit gefehlt.
Wir
denken, dass ganz Spanien hier in Cordoba den Sonntag
verbringen will. Das reinste Verkehrschaos und Menschen über Menschen. Das ist
uns zuviel und wir fahren schweren Herzens weiter südlich über Montilla auf der N331, über Lucena, El Tejar
nach Antequeira.

Wir
verlassen die Extremadura und sind jetzt in
Andalusien. Es wird immer wärmer.
Wir
beschließen, nach Marbella zu fahren. Diese Stadt haben wir noch nie gesehen.
Marbella
ist eine sehr saubere Stadt und man merkt gleich, wo das Geld sitzt.
Es wird
hier auch gesitteter Auto gefahren.
An
Marbellas Küste gibt es einen Campingplatz. Wir steuern diesen Platz mit Namen
„Camping Marbella Plata“ am Stadtrand von Marbella an.
Überall
werden auch die Wegweiser auf der Straße schon auf marokkanisch geschrieben.
Z.B.
Abfahrtshafen für die Fähren nach Tanger.
Ja, wenn
wir etwas länger Urlaub hätten, eine leichtere Kabine und mehrere Fahrzeuge
wären, würden wir einen Abstecher nach Marokko machen. Naja,
irgendwann mal.

Der
Campingplatz stellt sich als eine einzige Katastrophe dar.
Da wir
keine Lust haben, noch weiter zu fahren, bleiben wir eben hier. Der Platz ist
von deutschen Dauercampern der lauten Kategorie geprägt. Die Sanitäranlagen
lassen zu Wünschen übrig und der Supermarkt und das Restaurant am Platz sind
überteuert.
Marbella
eben.
Diese
Dauercamper sind so richtige „Mallorca“ oder „Ibizza“-Typen.
Jeder dieser Camper hat einen oder mehrere „Nuttenpfiffis“
dabei. Diese Bezeichnung ist von Michael. Diese Kläffer erledigen ihr Geschäft,
wo und wann sie wollen, kläffen, was das Zeug hält und sind überzüchtet, dass
sie keine Luft mehr kriegen. Um Gottes Willen, wo sind wir hin geraten.
Der Platz
ist laut, eine Baustelle nebenan, jedes Mofa hat einen „Verstärker“ eingebaut.
Neben dem
Platz ist eine kleine Straße, die zum Strand führt. Umringt von Hochhäusern ein
Strand mit Bast-Schirmen in exakter Reihenfolge hintereinander aufgestellt,
Liegen in der gleichen Reihnefolge und die Urlauber
laufen mit ihren Hunden zwischen den Sonnengästen umher. Dass diese Hunde ihr
Geschäft nicht nur an einer „Hundekloecke“ verrichten, brauche ich wohl nicht
extra zu erwähnen.
Ein ca.
10-jähriger Junge hat einen riesigen Rottweiler an der Leine. Der Junge hat
schon bei normaler Gangart des Hundes seine Schwierigkeiten, was ist, wenn der
Hund mal losrennt?
Nein
danke.
Wir haben
nichts gegen Hunde, wir hatten selbst früher welche, doch was hier auf dem
Platz abgeht ist die Höhe.
Den Platz
haben wir das erste Mal angesteuert und das ist auch das letzte Mal.
Tacho-Stand Marbella : 21.044 KM
Montag, 11.10.04 :
Der Tag
verläuft erstaunlicherweise bis zum frühen Abend ruhig. Bis auf die Baustelle
und die Straße.
Dienstag, 12.10.04 :
Wir
verlassen Marbella heute wieder und fahren auf der N340 nordöstlich nach
Malaga.
Nach
Malaga in Motril gelangen wir auf die N323 und fahren
nödlich nach Granada.
Auf dem
Campingplatz „Las Lomas“ auf 1111 m nach dem Ort Güeja Sierra in der Sierra Nevada bleiben wir für eine
Nacht.
Der Platz
ist traumhaft gelegen. Man hat einen herrlichen Ausblick auf einen kleinen
Stausee und die umliegenden Berge.

Ein
schnuckeliger, mit Liebe angelegter Platz, bei dem jeder Platz eine kleine
Nische ist und jeder ein Abwasch-Spühlbecken hat.
Tacho-Stand
Granada : 21.350 KM
Mittwoch, 13.10.04 :
Heute
Nacht wurde es richtig kalt und beim Frühstück mussten wir die Heizung etwas
laufen lassen. Wir sind hier in den Bergen, es wird dazu noch Herbst und das
merkt man.
Wir
packen zusammen und verlassen den Platz um in die Alhambra
zu fahren.
Die Alhambra ist eine maurische Festung nördlich von Granada
hoch oben über der Stadt.
Die Alhambra ist eine künstlerische, islamische Pracht
Das Wort
stammt aus dem arabischen „qa´lat al-Hamra“
und bedeutet soviel wie „rotes Schloß oder „rote
Festung“
Eine
mächtige Burgmauer umringt die vollständig erhaltene islamische Palastanlage.

Zum
ersten Mal wurde die Festung im 9. Jahrhundert erwähnt, als Sawwar
Ibn Hamdu wegen
Bürgerunruhen im Kalifat von Cordoba dort in die
Festung zog.
Sie
bewies ihren Wert als Festung auch in mehreren Kriegen gegen das Kalifat von Cordoba.
Yusuf
ibn Naghrallah, der Erbauer
dieser Burg baute eine spartanische Burg, die im 14. Jahrhundert von den Nasridenherrscher, das Königspaar Isabella und Ferdinand
von Spanien, zu der verfeinerten Herrschaftsarchitektur umgebaut wurde, die
heute als architektonisches Wunder gilt.
Die
verschwenderisch verzierten Kuppeln, Bögen und Gewölbe sind der Höhepunkt der
maurischen Architektur. Die UNESCO hat die Alhambra
zum Kultuerbe der Menschheit erklärt.

Innerhalb
der Festungsmauer befinden sich die eigentliche Festung (Alcazaba),
der Nasridenpalast (Palacios
Nazaries), der Palast Karls des Fünften, sowie
diverse weitere Gebäude, eine Kirche, ein Kloster und ein Hotel.

Neben der
Festungsmauer befinden sich die ausgedehnte Gartenanlagen (Generalife).


Einfach
toll.
In die
Stadt Granada fahren wir nicht, denn die haben wir schon früher mal besucht.
Weiter
auf der A92 geht es nach Guadix. Wir knüpfen an
unsere zurückliegende Reise von 1986 an, an der wir mit dem Autodachzelt
unterwegs waren.
Dieses
Mal lassen wir uns etwas mehr Zeit und fahren durch den Stadt-Teil mit den
berühmten Felsenwohnungen und schauen uns die „Behausungen“ näher an.
Ein Haus
schöner als das andere. Was die Schönheit nur stört, sind die vielen Strom- und
Fernmeldemasten, die mit zig Kabeln über die Straßen verteilt sind.


Schade
eigentlich, dass manche Bürgermeister solcher Seltenheiten in der eigenen
Gemeinde nicht sehen und entsprechend fördern. Vielleicht verstehen wir die
spanische Philosophie nicht.
Es geht
weiter süd-östlich Richtung Almeria und wir kommen an
UNSERER Burg vorbei.
Wir
nennen sie so, weil wir mit unserem früheren Nissan Patrol
Geländewagen schon hinauf gefahren sind und uns alles angesehen haben. Normale
Autos kommen da nicht hoch. Deshalb „unsere“ Burg.
Der Ort
nennt sich La Calahorra (oder auch Lacalahorra). Das besuchen der Burg können wir allerdings
diese Mal vergessen, denn mit unserem Unikum von Kabine haben wir null Chance.
Außer, wir riskieren einen Achsbruch.

Einige
werden die Burg auch von einer Autowerbung her kennen. Nur aus einem anderen
Winkel fotografiert.
Der Ford
Transit wurde im Vordergrund vorgestellt.
Wir
fahren weiter über Rioja nach Almeria. Nach Almeria kommen wir auf der N344 zum Naturpark Gabo de Gata. Abermals besuchen
wir den Leuchtturm in Monsul.

Die Küste
fasziniert einen immer wieder aufs Neue.
Ich sehe
total zerzaust auf, denn dort geht immer ein kräftiger Wind.

Wir
fahren in das malerische Dorf San Jose.
Es hat
sich hier viel verändert. Ist ja auch mittlerweile 8 Jahre her. Doch zum Glück
sind hier die Naturschützer einen Schritt vorausgegangen und haben dafür
gesorgt, dass der Naturpark geschützt wird und auch dort, wo gebaut wird,
dürfen keine Hochhäuser gebaut werden.

Das
Küstendorf Las Negras kennen wir noch von früher,
doch auf den damals besuchten Campingplatz „Los Escullos“
möchten wir dieses Jahr nicht.
Wir haben
uns für den Platz „Nautico La Caleta“
entschieden. Ein relativ neuer Platz. Sehr ruhig zwischen 2 Bergkämmen gelegen.
Eigener kleiner Fels/Sandstrand und es ist nicht viel los hier.

Es sind
noch 27° C hier und wir beschließen, 2 Tage zu bleiben um uns zu sonnen.

Der Platz
ist sehr sauber, sehr freundliche, auch leicht deutsch sprechende junge
Platzbetreiber und ein idealer Platz um zu überwintern.
Tacho-Stand : 21.645 KM
Donnerstag, 14.10.04 :
Heute mal
wieder der berühmte Faulenzer-Tag.
Freitag, 15.10.04 :
Wir sind
mal wieder unterwegs. Auf der N340 nach Norden an die Costa Blanca. An der
Stadt Vera vorbei nach Lorca. Dann über Murcia, Elx, Alicante, an der Cap de la Nao vorbei nach Oliva. Oliva ist eine kleine, quirlige und
moderne Stadt vor Gandia.
Sehr
viele Burgen (Castillos) haben wir auf diesem Weg
gesehen, doch leider machen uns steile, unwegsame Schotterpisten das Vorhaben,
hinauf zu fahren, zunichte.

Die
Landschaft wechselt von Vulkan-Landschaft zu einer felsigen Gegend.
Wir
steuern den Campingplatz „Kikopark“ vor Oliva an mit
dem Vorhaben, 2-3 Tage dort zu bleiben.
Doch wir
stellen fest, dass es uns bei diesen versnobten Leuten nicht so recht gefällt.
Sie waren
sehr Laut, schrieen über den Platz und meinten noch, es wäre das Erlebnis, dem
Nachbarn zu erzählen, dass der Ehegatte morgens vergessen hatte, die
Zahnpastatube mit zum Waschen zu nehmen. Ach Gott, wo sind wir da hingeraten.
Aber nicht
nur die Camper, nein auch die Angestellten sind laut und unfreundlich.
An der
Rezeption werden wir von der Empfangsdame von oben herab behandelt und zum
Lachen geht diese Frau wahrscheinlich auch in den Keller.
Wir
denken uns: was solls, wir wollen ja nur einen Platz.
Einen
schönen, ruhigen Platz finden wir. Wir fahren vorbei an den 8-12 Meter langen
Wohnschiffen wie Niessmann + Bischof und Konsorten,
und werden etwas mitleidig angesehen. Ach, die wissen ja gar nicht, wie schön
es in so einer kleinen Kabine ist und wie gemütlich.
Am Abend
gehen wir essen, denn ich habe keine Lust, Essen vorzubereiten. Im Platz- restaurant angekommen, wundern wir uns, warum wir die
einzigen Gäste sind. Der Campingplatz ist doch fast ausgebucht und die feine
Gesellschaft ist auch vertreten, passend zum Lokal.
Als wir
die Speiseauswahl durchsehen, wissen wir auch, warum. Die haben gesalzene Preise,
nur Regionales und keine einzige Speise für Kinder. Na denn Prost.
Da wir
Hunger hatten, störte uns das im Moment nicht besonders.
Was aber
da an Essen kam und den Preis dazu, verdarb uns den Magen. Wir hatten einen mittleren
Salat bestellt und zu zweit gegessen, jeder hatte einen „Grillteller“ bestellt
– gekommen sind 2 Teller mit je 3 kleinen Stückchen Fleisch, 1 Kartoffel
mittelgroß und etwas Garnitur. Dazu hatten wir 2 kleine Bier und das Ganze
kostete 40,-- Euro und schmeckte gar nicht.
Der Geldbeutel
schrumpfte, aber wir waren wieder um eine Erfahrung reicher.
Tacho-Stand Oliva : 22.011 KM
Samstag, 16.10.04 :
Schnellen
Fußpedals fahren wir wieder auf der N340 nach Norden. Über Valencia nach
Tarragona. Landschaftlich hat sich nicht viel verändert, außer, dass es etwas
flacher wird.
Besonderheiten
gibt es auf dem Streckenabschnitt auch nicht.
Wir
kommen auf dem Campingplatz „Playa Montroig“ in Cambrills Park vor
Tarragona an.
Auf
diesem Platz waren wir das letzte Mal vor fast 8 Jahren.
Da Nachsaison
ist, haben wir fast die freie Auswahl, bis auf den Abschnitt, der schon für die
nächste Saison 2005 wieder aufbereitet wird.
Einen
einmalig schönen Platz haben wir uns ausgesucht. Direkt am Strand unter Palmen.
Aber seht
selbst:

Grandiose
„Kulisse“ am Esstisch. Könnte immer so sein, oder?
Wir
bekommen fast „Baccardi-Feeling“ .
Selbst wenn wir morgens aufstehen und aus dem Fenster sehen, hat man nur noch
super Laune.

Michael
ist eifrig am Muscheln suchen und findet sogar eine schöne „Ohrmuschel“ in
Kleinformat. Er ist ganz stolz darauf.
Wie wenig
braucht es, einen Menschen zu erfreuen.

Die
Abende sind die romantischsten. Bei einem guten Essen und einem Glas Wein lässt
sich der Tag so richtig ausklingen.
Der
Strand ist abends beleuchtet und unterstreicht die romantische Stimmung.

3 Tage
bleiben wir auf diesem schönen Fleck, der in der Hochsaison fast unbezahlbar
ist, doch aber auf 1-2 Jahre generell ausgebucht ist.
Wir
zahlen pro Nacht 26,-- Euro incl. allen Nebenkosten. In der Hauptsaison kostet
dieser Platz 80,-- (!) Euro pro Nacht. Das
muss man sich mal reinziehen.
Doch für
den Preis hat man Animation, Arzt auf dem Platz, absolut perfekte und fast
klinisch saubere Sanitäranlagen, einen großen Supermarkt, Bäckerei,
Fleischerei, Fischgeschäft, Zeitungsladen, Cafe, Bar, Restaurants, und, und ,
und….
Selbst
für Kinder ist fast den ganzen Tag Programm. Töpfern, Basteln usw. Ebenfalls am
Platz ist eine große Open-Air-Arena für Veranstaltungen.
Das muss
alles bezahlt werden. Wir sind froh, dass Nachsaison ist.
Tacho-Stand Tarragona : 22.419 KM
Sonntag, 17.10.04 :
Faulenzen
ist angesagt.
Montag, 18.10.04 :
Schon
wieder faulenzen.
Dienstag, 19.10.04 :
Heute rappeln
wir uns wieder auf und fahren nur wenige Kilometer nördlich an die Bucht von Roses.
An
Barcelona und Girona vorbei steuern wir den schon zum
4. Mal besuchten Campingplatz „Aquarius“ in Sant Pere Pescador
an.
In der
Nähe liegt Figueras, wo das Dali-Museum beheimatet
ist. Auch das malerische Fischerdorf Cadaques liegt
in der Nähe, das die Heimat des surrealistischen Malers und Künstlers Salvador
Dali war.
Seine
Werke sind weltberühmt und fast jeder kennt eines seiner bekanntesten Gemälde:

Der
Campingplatz ist unter deutscher Leitung und wir kommen immer wieder gerne
hierher. Ein nicht zu großer Platz mit familiärer Atmosphäre.
Wir
beschließen, hier bleiben wir für die restlichen Urlaubstage.
Tacho-Stand Sant
Pere Pescador I : 22.750 KM
Die
nächsten beiden Tage verbringen wir mit Faulenzer-Tag und Erkundungstag der
näheren Umgebung.
Tacho-Stand Sant
Pere Pescador II : 22.900 KM
Freitag, 22.10.04 :
Der
Urlaub geht dem Ende zu und wir starten um 8.°° Uhr
mit der langen Heimreise nach Deutschland.
Dieses
Mal fahren wir gleich nach der spanisch-französischen Grenze auf die Autobahn
und fahren von Pergignan über Narbonne,
Bezieres nach Lyon. Dann nach Dijon, Besancon nach Moulhouse an die
deutsch-französische Grenze.
Wir
beschließen, durchzufahren, da wir erstaunlich schnell vorwärts kommen.
Freitag abends um 22.45 Uhr kommen wir zu Hause an.
Tacho-Stand Hösbach
: 24.235 KM
Die Gesamtstrecke dieser Reise rund
um Spanien und Portugal : 7.335 KM
Heil,
glücklich und schön braun räumen wir noch unsere Lebensmittel aus der Kabine,
unterhalten uns noch ein wenig und dann geht’s ab in die Koje.
Eine
tolle Reise war das und wir haben wie immer viel vom Land gesehen.
Bis zum
nächsten Jahr.
Vielleicht
begleitet Ihr uns wieder. Dann geht es nach Griechenland und wir sagen jetzt
schon mal :
Kalimera
Hellas